«Seine Energie ist ansteckend». Mitglieder des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA über Andris Nelsons, Teil 1

Andris Nelsons dirigiert das LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, Oster-Festival 2014 (Foto: Georg Anderhub/Archiv LUCERNE FESTIVAL)Im kommenden Sommer wird Andris Nelsons die vier Konzerte des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA leiten. Wir haben Musikerinnen und Musiker des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA zu ihren Erfahrungen mit und ihren Erwartungen an den lettischen Dirigenten befragt. Teil 2 dieser Serie folgt Mitte Mai.

Sebastian Breuninger, Konzertmeister des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA und Konzertmeister im Gewandhausorchester Leipzig:
«Mit Andris Nelsons verbinde ich zwei wunderbare Konzerterfahrungen: Zum ersten Mal kam er im Dezember 2011 nach Leipzig zum Gewandhausorchester mit Sibelius’ Zweiter Sinfonie und dem Don Juan von Richard Strauss, später auch mit der Rosenkavalier-Suite und der Zehnten Schostakowitsch. Wir hatten gar keine bestimmte Erwartung, und so war LFOes für uns alle eine grossartige Überraschung, welche Energie plötzlich spürbar wurde, vom ersten Moment des gemeinsamen Musizierens an. Andris Nelsons taucht in die Musik ein, er fühlt jeden einzelnen Musiker und trägt ihn auf einer ungeheuren Woge der Begeisterung mit sich fort. Jede noch so kleine musikalische Idee seiner Musiker nimmt er intuitiv wahr, und sie scheint ihm stets willkommen, um sie in seine grandiose musikalische Architektur aufzunehmen. Auch wenn die Persönlichkeiten kaum unterschiedlicher sein könnten: Claudio Abbados Idee, das Orchester als Vervielfachung eines Kammermusikensembles wahrzunehmen, das sich um einen vermittelnden Dirigent voller Inspirationskraft gruppiert, wird von Andris Nelsons in beispielhafter Weise verkörpert.»

Raymond Curfs, Solo-Pauker des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, Solopauker des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks:
«In meinem Orchester, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, habe ich schon einige Male mit Andris gearbeitet, und das waren immer sehr erfrischende und konstruktive Erfahrungen. Ich erinnere mich zum Beispiel an ein tolles Konzert mit LUCERNE FESTIVAL Sommer 2007 - Late Night 2: Brass Ensemble des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, mit Raymond Curfs (Foto: Priska Ketterer/Archiv LUCERNE FESTIVAL)Antonín Dvořáks Neunter Sinfonie, das auch auf DVD und CD erschienen ist. Unbedingt zu erwähnen wäre auch der dritte Akt des Parsifal, den wir gerade mit ihm aufgeführt haben: ein atmosphärisch und interpretatorisch beeindruckendes Dirigat.

Ich freue mich sehr auf die Luzerner Arbeit mit Andris Nelsons. Denn ähnlich wie das LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA braucht auch er einen kreativen, entspannten und harmonischen Rahmen, um das Beste aus einer Komposition herauszuholen und der Musik optimal zu dienen. Die reflexiven Qualitäten und dazu eine gesunde Portion Humor bringt er ohnehin mit. Andris wird hier auf ein Orchester treffen, das seine Ideen ohne Abstriche umsetzen kann, und wir Musiker im LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA werden natürlich – genauso wie früher bei Claudio – alles für die Musik geben. Ich bin mir sicher, dass der beiderseitige musikalische Idealismus und Respekt unserem treuen Publikum weiterhin einzigartige Konzerte bescheren wird!»

Ivo GassIvo Gass, Solo-Hornist des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, Solo-Hornist des Tonhalle-Orchesters Zürich:
«Ich kenne Andris Nelsons von Konzerten mit dem Tonhalle-Orchester Zürich. Sehr gerne erinnere ich mich an seinen Till Eulenspiegel, aber auch die Vierte Sinfonie von Anton Bruckner war sehr eindrücklich. Die Energie, mit der er das Orchester führt, ist ansteckend, und es ist für mich immer ein Erlebnis, mit ihm musizieren zu dürfen. Ich freue mich auf die Konzerte mit Andris Nelsons und auf das Wiedersehen mit dem LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA.»

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2 Antworten auf «Seine Energie ist ansteckend». Mitglieder des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA über Andris Nelsons, Teil 1

  1. LUCERNE FESTIVAL sagt:

    Lieber Herr Dr. Schenk,
    vielen Dank für Ihren Kommentar zu unserem aktuellen Blog-Artikel. Es freut uns sehr, dass Sie Andris Nelsons‘ Qualitäten so positiv beurteilen. Auch wir waren sehr beeindruckt von seinem Auftritt mit dem LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA im Rahmen des Gedenkkonzerts beim Ostern-Festival und sind entsprechend gespannt auf die vier Sommer-Konzerte. Und völlig richtig: Die junge Interpretengeneration muss aktiv gefördert werden, gerade auch durch renommierte Kulturveranstalter.
    Beste Grüsse,
    Malte Lohmann | Redaktion LUCERNE FESTIVAL

  2. Schenk Walter, Dr.med., Mitglied der Freunde LUCERNE FESTIVAL sagt:

    Andris Nelsons ist meiner Ansicht am ehesten der Dirigent, der Claudio Abbados Nachfolge antreten könnte. Er übernimmt die Ideen von C.A.; er kann sich in jeden Musiker einfühlen und lässt ihn spielen und zwingt ihm nicht eine Abbado-Version auf. Jeder Musiker im LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, einem quasi jedes Jahr „ad hoc-Orchester“ mit berühmten Solisten, darf weiterhin als Solist spielen, so wollte es C.A. Ich denke an Sabine Meyer Wehle, an Wolfgang Meyer ,beide Klarinettisten, an Albrecht Mayer Oboe und erinnere mich an Gespräche auf den Reisen mit dem LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA, – wir reisen ja seit Jahren am Schluss des Festivals wie ein Fan-Club hinter dem Orchester her, bevor es sich wieder für ein Jahr auflöst- Gespräche mit Reinhold Friedrich, mit Raymond Curfs, dem Paukisten.
    Andris Nelsons ist zudem ein junger (36 j.) aufstrebender und bereits berühmter Dirigent und es brauchte junge, gute Leute für die Zukunft des Lucerne Festival Orchestra.

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