«Er wird von Tag zu Tag immer noch besser». Mitglieder des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA über Andris Nelsons, Teil 2

Andris Nelsons beim Oster-Festival 2014 (Foto: Peter Fischli LUCERNE FESTIVAL)

Andris Nelsons beim Oster-Festival 2014 (Foto: Peter Fischli LUCERNE FESTIVAL)

Andris Nelsons wird im August die vier Konzerte des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA leiten. Einige der Mitglieder dieses «Orchesters aus Solisten» konnten bereits anderorts mit ihm zusammenarbeiten und schildern ihre Eindrücke und Erwartungen. Teil 1 dieser Mini-Serie finden Sie hier.

Lucas Macías Navarro, Solo-Oboist des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA und Solo-Oboist im Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam:

Lucas Macías Navarro (Foto: Marco Borggreve)

Lucas Macías Navarro (Foto: Marco Borggreve)

«Ich habe Andris Nelsons im August 2008 kennengelernt: Er kam zu uns, zum Royal Concertgebouw Orchestra, und hat Tschaikowskys Pathétique dirigiert. Ich hab sofort an Mariss Jansons denken müssen, weil sich Andris ähnlich bewegt und argumentiert, aber mit der Zeit werden die Unterschiede doch stärker sichtbar. Andris ist ein Naturtalent. Er dirigiert einfach, klar und deutlich und gibt uns Musikern die Freiheit und das Vertrauen, das man braucht, um gut zu spielen. Das verbindet ihn mit Claudio Abbado. Vor allem aber vermittelt uns Andris das Gefühl, dass er uns schätzt. Nie ist es bei ihm wie bei manchen anderen Dirigenten, die glauben, den Orchestermusikern alles sagen zu müssen, und sogar jedes Solo vordirigieren. So etwas ist frustrierend.

Mittlerweile hat Andris Nelsons bei uns in Amsterdam auch Wagners Fliegenden Holländer dirigiert sowie ein französisches Programm mit Debussys La Mer und Ravels La Valse, alles mit riesigem Erfolg. Tatsächlich wird er von Tag zu Tag immer noch besser. Ich freue mich auf den Sommer mit ihm in Luzern. Andris ist ein Kollege geblieben, und deshalb macht es einfach Spass, mit ihm gemeinsam zu musizieren!»

Chiara Tonelli, Flötistin im LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA und im Mahler Chamber Orchestra:

Chiara Tonelli (Foto: Deniz Saylan)

Chiara Tonelli (Foto: Deniz Saylan)

«Ich habe im Januar 2013 zum ersten und bisher einzigen Mal im Orchester unter der Leitung von Andris Nelsons gespielt. Es war eine Tournee mit dem Mahler Chamber Orchestra: Wir haben in Ferrara geprobt, und die Konzerte fanden neben Ferrara in sehr berühmten Sälen wie im Wiener Musikverein und im Berliner Konzerthaus statt. Wir haben aber auch in Baden-Baden, Friedrichshafen und in Luxemburg gespielt. Diese sechs Konzerte habe ich in ausserordentlich guter Erinnerung, weil das Programm sehr schön war: Beethovens Siebte Sinfonie und die EgmontOuvertüre, dazu Trompetenkonzerte von Haydn und Gruber mit Håkan Hardenberger als Solist. Diese Konzerte haben ganz besonderen Spass gemacht, weil Andris Nelsons jeden Abend mit neuer Energie, Freude und anderen Ideen gestaltet hat. Nicht nur waren die Probentage äusserst inspirierend, auch die Konzerte haben jedes einzelne für sich eine neue Aussagekraft entwickelt, und das war zum grössten Teil Nelsons’ Verdienst.

Er hat die Fähigkeit, mit den Musikern einen ganz besonderen, spontanen und sehr vertrauensvollen Kontakt aufzubauen. Er ist ausgesprochen nett, positiv und aufbauend während der Proben und sehr inspirierend im Konzert. Und er hat eine unglaubliche Energie und kann grosse Emotionen vermitteln. Ich freue mich ganz besonders, dass die Wahl für den Sommer auf ihn gefallen ist, weil ich sicher bin, dass es für mich eine grosse Bereicherung sein wird, auch die Brahms-Sinfonien und die weiteren Werke der beiden Programme mit ihm zu spielen.»

Jörgen van Rijen, Solo-Posaunist des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA und Solo-Posaunist im Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam:

Jörgen van Rijen (Foto: Marco Borggreve)

Jörgen van Rijen (Foto: Marco Borggreve)

«Ich habe mehrmals beim Royal Concertgebouw Orchestra mit Andris Nelsons zusammengearbeitet. Er kommt seit vielen Jahren regelmässig zu uns und ist einer der meist geschätzten Dirigenten – sowohl unter uns Musikern als auch beim Publikum. In
Amsterdam und auch auf Tourneen haben wir mit ihm musikalisch breit gefächerte Programme gespielt. Die Aufführung der Achten Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch bei LUCERNE FESTIVAL mit einer Live-DVD-Aufnahme ist mir dabei in besonderer Erinnerung geblieben.

Meiner Meinung nach ist er einer der weltweit führenden jungen Dirigenten. Er verfügt über eine beeindruckende Musikalität und besitzt das Talent, dem Orchester und dem Publikum die Musik auf eine sehr leidenschaftliche Art und Weise zu vermitteln. Ich bin überzeugt, das Luzerner Publikum wird diese Meinung mit mir teilen, nachdem es die Konzerte mit Andris Nelsons erlebt hat.»

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