Ascolta! Klaus Huber feiert seinen 90. Geburtstag

Nach dem vorgezogenen Luzerner Geburtstagskonzert für Klaus Huber: Brice Pauset, Heinz Holliger, Klaus Huber und Claus-Steffen Mahnkopf (v.l.n.r.; Foto: Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL)

Nach dem vorgezogenen Luzerner Geburtstagskonzert für Klaus Huber: Brice Pauset, Heinz Holliger, Klaus Huber und Claus-Steffen Mahnkopf
(v.l.n.r.; Foto: Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL)

In einem vorgezogenen Geburtstagskonzert, das am 13. September im Rahmen des Sommer-Festivals mit dem ensemble recherche stattfand, haben wir Klaus Huber rüstig und bei guter Gesundheit in Luzern erlebt. Im Kreis der Familie und vieler Musikerfreunde und Komponistenkollegen stand er strahlend im Mittelpunkt. Drei Huber-Hommages von Heinz Holliger, Brice Pauset und Claus-Steffen Mahnkopf erlebten als Auftragswerke des Festivals ihre Uraufführung. Doch nicht nur sie, auch die klingende Konzerteinführung, in der Heinz Holliger als Oboist in Hubers Noctes intelligibilis lucis (1961 für ihn geschrieben) brillierte und eindrücklich über seine lebenslange freundschaftlich-kollegiale Verbindung mit Klaus Huber berichtete, brachten zum Ausdruck, welch wichtige Impulse vom Komponisten und Lehrer Klaus Huber ausgegangen sind.

Und diese Impulse sind lebendig, sind aktuell und verbieten es, in einer bloss retrospektiven, historisierenden Haltung zu verharren. Bei allen vergangenen Zusammenarbeiten mit Klaus Huber – sei es bei den Schweizer Erstaufführungen seines Streichquintetts Ecce homines (2000) und von Die Seele muss vom Reittier steigen (2004), sei es bei den Uraufführungen der Auftragswerke Miserere hominibus (2006) und Intarsioso (2009) – habe ich eine bohrende Dringlichkeit gespürt: Verbunden mit (geistes-)politischen Themen stellt Klaus Hubers Schaffen existentielle Fragen, appelliert an unsere Einstellung und Haltung und fordert unser Engagement – heute, hier und jetzt. Das lässt Klaus Hubers Musik wie alle grosse Kunst zu einer wahren Herausforderung für Musiker, Veranstalter und Publikum werden.

Zu seinem 90. Geburtstag gratuliert LUCERNE FESTIVAL Klaus Huber sehr herzlich und wünscht ihm alles Gute. Was können wir ihm schenken? Von unseren letzten Begegnungen ist mir ein Satz im Ohr geblieben: «Vergesst den Klaus Huber nicht.» Erfüllen wir ihm seinen grössten Wunsch und beschäftigen wir uns mit seinem ausserordentlichen Werk, nehmen wir die Herausforderungen dieses Œuvres an und führen wir es auf. Ascolta!

Mark Sattler | Dramaturgie & Moderne LUCERNE FESTIVAL

Klaus Huber und Heinz Holliger (Foto: Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL)

Klaus Huber und Heinz Holliger (Foto: Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL)

Klaus Huber während des Konzerts (Foto: Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL)

Klaus Huber während des Konzerts (Foto: Priska Ketterer/LUCERNE FESTIVAL)

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