Vier Schurken suchen ein Sehnsuchtsland. Oder: das Konzert als Geschichte

Unterwegs nach Umbidu_3_KLEINAuch in diesem Sommer bietet die Reihe «Young» wieder ein Familienkonzert mit einer spannenden Geschichte an: «Unterwegs nach Umbidu» handelt von vier kauzigen Eigenbrötlern, die sich auf die Suche nach dem Sehnsuchtsland Umbidu machen, wo angeblich jeder glücklich wird. Auf der Reise entdecken sie, dass es die Musik ist, die sie verbindet: Mithilfe von Trompete, Akkordeon, Klarinette und Kontrabass lernen sie sich von ihrer charmanten, witzigen Seite kennen. Regieassistentin Clara Schürle gibt erste Einblicke.

Als Regieassistenz kennt man ein Stück fast in- und auswendig. Denn bis das Stück erst einmal so steht, wie es die Zuhörer im Konzert erleben, ist es ein langer Weg … «Regieassistenz bei einem Konzert?», fragt sich nun vielleicht der eine oder die andere. «Sitzen die Musiker bei einem Konzert nicht im Orchester vor ihrem Notenpult? Wozu braucht es da Regie? Doch eher einen Dirigenten?!» Weit gefehlt: Im Luzerner Familienkonzert am kommenden Samstag, dem 5. September, können die Musiker – die vier Virtuosen des Ensembles «Die Schurken» – nicht in ihre Noten spicken. Nein, bei diesem Konzert spielen sie auswendig, sie bewegen sich auf der Bühne, ja sie müssen sogar in eine Rolle schlüpfen. Denn unser Stück erzählt eine Geschichte, betitelt Unterwegs nach Umbidu. Doch diese Geschichte galt es erst zu entwickeln …

Unterwegs nach Umbidu_1_kleinAm Anfang war zunächst die Musik: ein bunter Blumenstrauss an schönen Kompositionen, querbeet durch die Musikgeschichte – alle mit ihrem eigenen Charakter und ihrer eigenen Klangsprache. Zusammen mit einer Idee für eine Geschichte wurde dann vieles ausprobiert: Welche Reihenfolge der Musikstücke ist stimmig? Wie unterstützen Musik und Geschichte sich gegenseitig? Welche Stimmung löst die Musik in uns aus und was für ein szenisches Bild, welche Bewegung könnte dazu passen? Hier ist Kreativität gefragt. Und die haben «Die Schurken» in Hülle und Fülle!

Doch damit nicht genug: Alle Ideen, Bilder und Szenen musste die Regisseurin Sara Ostertag bündeln, um der Geschichte einen roten Faden zu geben. Und dann wurde geprobt, geprobt und nochmals geprobt … Denn für die Musiker ist es wirklich eine Herausforderung: In fast allen Lebenslagen müssen sie die Musikstücke spielen können, sei es im Gehen, Stehen oder Liegen, ja sogar während des Rollerfahrens! Und nicht nur das: Jeder von ihnen stellt eine besondere Rolle dar, einen bestimmten Charakter, mit liebevollen Ticks und Marotten; jede Szene erfordert eine eigene Haltung, mal ein besinnliches Innehalten, mal ein aufbrausendes Wetteifern. Und obwohl ich selbst das Stück nun wirklich gut kenne, kann ich mich einfach nicht satt sehen, denn in jeder Vorstellung entdecke ich wieder Neues, höre ich eine Stelle in der Musik noch einmal anders … Das ist das Aufregende: Mit jedem neuen Ort und jedem neuen Publikum wird das Stück auch ein bisschen anders. Und so freuen wir uns schon sehr darauf, bei LUCERNE FESTIVAL zu Gast zu sein!

Clara Schürle hat in der Produktion «Unterwegs nach Umbidu» die Regieassistenz und Spielleitung übernommen.

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