Sie bringen die Töne in Bewegung. Die Musiker von «Fensadense», Teil 5: Holly Nelsons

Bei Fensadense ist auch von Geigerinnen Beinarbeit gefragt (Foto: Stefan Deuber)

Bei Fensadense ist auch von Geigerinnen Beinarbeit gefragt: Holly Nelsons (Foto: Stefan Deuber)

Holly Nelsons (New York/USA)
Ich habe Geige bei Ann Setzer und Danny Phillips am Mannes College of Music studiert; weitere Lehrer waren Grigory Kalinovsky, Stephan Tieszen und Curt Macomber. Ausserdem habe ich Meisterklassen von James Ehnes, Pavel Vernikov, Sally Thomas und Stephan Picard besucht, mich im Spiel der Barockvioline privat bei Dongmyung Ahn, Cynthia Roberts, Robert Mealy und Julie Andrijeski weitergebildet und Bratschenunterricht bei Patricia McCarty und Will Frampton genommen.

150909_Fenasadense_GPIch liebe die zeitgenössische Musik, insbesondere amerikanische Komponisten wie Ned Rorem, John Adams oder Terry Riley, bei denen ich so etwas wie ein angeborenes Verständnis, eine Art Verwandtschaft verspüre – vielleicht weil ich selbst Amerikanerin bin. Ich geniesse es aber auch, alle Arten von improvisierter Musik auszuprobieren – Jazz etwa oder Bluegrass. In diesem Jahr habe ich begonnen, Bratsche zu spielen, dazu Barockvioline und Gambe. Das ist ungemein erfrischend, weil sie über ganz andere Farben verfügen als moderne Instrumente. Die Klangwelt eines Barockensembles ist deshalb völlig verschieden etwa von der eines modernen Kammerorchesters. Zudem enthält die Barockmusik improvisatorische Elemente, was mir sehr gefällt, weil es mir ermöglicht, wirklich Eigenes, Persönliches mit der Musik auszudrücken.

Einem jungen Publikum Musik zu präsentieren, die zugänglich ist, aber zugleich auch herausfordernd, anspruchsvoll und ziemlich avantgardistisch – das macht Young Performance so einzigartig. Es geht nicht darum, Musik für Kinder und Jugendliche zu «verflachen». Im Gegenteil, wir rechnen damit, was diese speziellen Hörer ausmacht: Weder sind sie übersättig noch von Vorurteilen geprägt, was Musik «sein sollte». Ein ideales Publikum also, unvoreingenommen und mit frischen Ohren. Ich bin gespannt auf die Interaktion zwischen und Musikern und den Zuschauern und hoffe, dass da eine ganz enge, magische Verbindung entsteht, dass wir eine neue Generation für die zeitgenössische Musik begeistern. Für mich bedeutet Fensadense: Verspieltheit, Neugier, Staunen, Experimentierfreude und Kreativität – die besten Eigenschaften eines Kindes eben.

Bis Anfang Mai ist Young Performance mit Fensadense auf Schweiz-Tournee, mit Auftritten in Baden (13. März), Thun (9. April) und Bern (10. April), in Biel (29. April), Winterthur (30. April) und Solothurn (1. Mai).

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