Happy Birthday, Bernard Haitink!

OSTER-FESTIVAL 2010: Bernard Haitink & Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks       Foto: Priska Ketterer / LUCERNE FESTIVAL

Heute, am 4. März, feiert Bernard Haitink seinen 90. Geburtstag. Ein Gespräch mit Intendant Michael Haefliger über den niederländischen Maestro, der 2019 gleich dreimal bei LUCERNE FESTIVAL zu erleben ist: am 14. April mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, am 20. August mit dem Chamber Orchestra of Europe und am 6. September mit den Wiener Philharmonikern.

Intendant Michael Haefliger mit Bernard Haitink
Foto: Priska Ketterer/ LUCERNE FESTIVAL

Seit 53 Jahren, seit seinem ersten Auftritt im Sommer 1966 am Pult des Schweizerischen Festspielorchesters, ist Bernard Haitink ein regelmässiger Gast beim Festival. Wie hat sich diese enge Beziehung in den Jahren Ihrer Amtszeit als Intendant entwickelt?

Meine Zusammenarbeit mit Bernard Haitink hat erst mit Beginn meiner Intendanz in Luzern begonnen. Vorher kannte ich ihn nur als Besucher seiner Konzerte. Wir haben hier seither eine intensive Partnerschaft mit Bernard Haitink aufgebaut – zumal das Chamber Orchestra of Europe, mit dem er regelmässig bei uns auftritt, so etwas wie ein zweites Festivalorchester geworden ist. Wir haben in den vergangenen Jahren grossartige Zyklen der Sinfonien und Konzerte von Beethoven, Brahms oder Schumann erleben dürfen: Das waren im Grunde richtige Residenzen von Haitink und dem Chamber Orchestra of Europe, das genau wie das LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA sehr individuell und gewissermassen ebenfalls aus Freunden zusammengesetzt ist. Es war eine glückliche Fügung: Bernard Haitink hat ja viele Jahre in Luzern gelebt. Jetzt ist er in London zuhause, er besitzt hier aber noch eine kleine Wohnung. Nicht zu vergessen: Er hat zwei Programme mit dem LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA dirigiert. Insbesondere erinnere ich mich an die Achte Sinfonie von Anton Bruckner im Sommer 2016. Bei uns in Luzern – aber natürlich nicht nur hier – zählt Bernard Haitink zu den ganz Grossen. Er ist eine Persönlichkeit, die man sicherlich für immer und ewig verehren wird, so wie auch Claudio Abbado, Herbert von Karajan oder Arturo Toscanini.

Was zeichnet Bernard Haitink als Dirigenten besonders aus, was macht ihn zu einem «ganz Grossen»?

In den zwanzig Jahren, die ich ihn hier in Luzern erleben konnte, hat er sich durchaus stark verändert. Seine Interpretationen der Beethoven-Sinfonien etwa, im Rahmen seines grossen Beethoven-Zyklus 2008/09, waren von sehr schnellen Tempi bestimmt. Er hat stark ins Geschehen eingegriffen, war in der Gestaltung sehr präsent und energetisch. Über die Jahre ist er immer asketischer geworden, immer noch zurückhaltender mit seinen Bewegungen – und hat die Partituren gleichzeitig immer tiefer durchdrungen. Er hat sich, wie soll man das am besten sagen, zu einem «Halbgott» in der Welt der Pultstars entwickelt, weil er jetzt an dem Punkt angelangt ist, wo ein Dirigent sich komplett in sich selbst und in die Interpretation zurückziehen kann, wo er in Sachen Zeichengebung und körperliches Engagement nur noch das absolut Notwendige machen muss. Es ist bei Bernard Haitink so viel natürliche Kraft da, die nicht mehr durch Aktion, sondern im Gegenteil durch ein Minimum an Bewegung zu einer herausragenden Interpretation führt – und einen grossen Teil der Verantwortung ans Orchester übergibt. Das können nur ganz, ganz wenige. Nur wenige sind überhaupt bereit, dieses Risiko einzugehen und die Kontrolle teilweise abzugeben, um paradoxerweise gerade dadurch die Kontrolle zu behalten. Darin ist Bernard Haitink ein Grossmeister!

Was wünschen Sie Bernard Haitink zu seinem 90. Geburtstag?

Ich wünsche ihm, dass er der glücklichste Mensch der Welt ist – denn das hat er wirklich verdient! Und dass er das Leben jetzt so gestalten kann, wie er sich das erträumt und wünscht. Dass er gemeinsam mit seiner Frau Patricia dieses Glück leben kann … und natürlich auch noch gewisse Aufgaben als Musiker wahrnimmt!

Die Fragen stellten Jacqueline Saner und Malte Lohmann


Oster-Festival | 14. April 2019 | KKL Luzern, Konzertsaal

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Bernard Haitink, Dirigent
Till Fellner, Klavier

Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 503

Anton Bruckner (1824–1896)
Sinfonie Nr. 6 A-Dur WAB 106
Aufführung nach der Edition von Leopold Nowak

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Sommer-Festival | 20. August 2019 | KKL Luzern, Konzertsaal

Chamber Orchestra of Europe
Bernard Haitink, Dirigent
Anna Lucia Richte, Sopran

Franz Schubert (1797–1828)
Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485

Gustav Mahler (1860–1911)
Sinfonie Nr. 4 G-Dur

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Sommer-Festival | 6. September 2019 | KKL Luzern, Konzertsaal

Wiener Philharmoniker
Bernard Haitin, Dirigent
Murray Perahia, Klavier

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58

Anton Bruckner (1824–1896)
Sinfonie Nr. 7 E-Dur WAB 107

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Hauptsponsor: Credit Suisse

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