«Als würde ich einen Rolls-Royce fahren». Das BR-Symphonieorchester wird 70

Mariss Jansons und das BR-Symphonieorchester 2015 in Luzern (Foto: Peter Fischli)

Welch grossartiger Klangkörper! «Das Orchester ist nicht nur brillant – es hat keinerlei Schwächen», schwärmt Chefdirigent Mariss Jansons, der dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks seit über 15 Jahren die Treue hält. «Die Musiker sind ungeheuer enthusiastisch, sie spielen jedes Konzert, als wäre es ihr letztes, und geben dabei mehr als 100 Prozent. Für mich als Dirigent ist es so, als würde ich einen Rolls-Royce fahren. Das Orchester kann einfach alles.» Und auch der Ungar Iván Fischer erklärt im Festival-Blog, er nehme eigentlich kaum noch Gastdirigate an – beim BR-Symphonieorchester aber mache er eine Ausnahme.

1949 wurde das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gegründet. Es feiert in diesem Jahr also seinen 70. Geburtstag! Als erster Chefdirigent leistete Eugen Jochum die Aufbauarbeit und führte das Orchester während seiner elfjährigen Amtszeit zu internationalem Renommee – nicht zuletzt durch seine noch heute als Referenz geltenden Bruckner-Interpretationen. Ihm folgte von 1961 bis 1979 Rafael Kubelík, der sich für Werke slawischer Komponisten, aber auch für die Musik des 20. Jahrhunderts (etwa für Karl Amadeus Hartmann) und natürlich für Gustav Mahler einsetzte. Kubelíks Einspielung aller Mahler-Sinfonien, die erste deutsche Gesamtaufnahme überhaupt, war eine Pioniertat und setzte Massstäbe. Mit Sir Colin Davis (1983 bis 1992) wirkte anschliessend ein ausgewiesener Berlioz-Spezialist an der Spitze des Orchesters, der sich auch intensiv dem Mozart-Repertoire und dem Schaffen britischer Komponisten widmete – und das breitgespannte Repertoire der Musikerinnen und Musiker nochmals erweiterte. Lorin Maazel (1993 bis 2002) setzte dann mit Zyklen der sinfonischen Werke von Beethoven, Brahms, Bruckner, Schubert und Mahler programmatische Akzente, und seit Oktober 2003 amtiert Mariss Jansons als Chefdirigent. Auch die Reihe der Gastdirigenten ist lang und illuster: Clemens Krauss und Otto Klemperer, Erich und Carlos Kleiber, Ferenc Fricsay und Karl Böhm, Sir Georg Solti und Carlo Maria Giulini, Leonard Bernstein (der in Deutschland nur mit dem BR-Symphonieorchester regelmässig zusammenarbeitete) und und und …

1965: Erstmals gastiert das BR-Symphonieorchester (mit Rafael Kubelik) in Luzern

In Luzern waren die «Bayern» erstmals im Sommer 1965 zu Gast, als das Festival noch Internationale Musikfestwochen hiess: Rafael Kubelík (der übrigens ab 1956 in Kastanienbaum am Vierwaldstättersee lebte und 1967 die Schweizer Staatsbürgerschaft annahm), dirigierte Leoš Janáčeks Oper Aus einem Totenhaus. Seit 2004 ist das BR-Symphonieorchester alljährlich am Abschlusswochenende des Oster-Festivals «in residence», so auch 2019 wieder. Am Pult stehen im Jubiläumsjahr der Ungar Iván Fischer und Altmeister Bernard Haitink, der selbst einen runden Geburtstag feiert: Am 4. März wird er 90.

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks beim Oster-Festival 2019:

13. April | Sinfoniekonzert 2
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Iván Fischer Dirigent
Janine Jansen Violine

Wolfgang Amadé Mozart
Sinfonie C-Dur KV 338
Béla Bartók
Violinkonzert Nr. 1 Sz 36
Wolfgang Amadé Mozart
Sinfonie Es-Dur KV 543
Béla Bartók
Rumänische Volkstänze für Orchester Sz 68

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14. April | Sinfoniekonzert 3
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Bernard Haitink Dirigent
Till Felner Klavier

Wolfgang Amadé Mozart
Klavierkonzert C-Dur KV 503
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 6 A-Dur WAB 106

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