Buchhinweis: Ein Blick zurück auf legendäre Luzerner Meisterkurse

Der Cellist Enrico Mainardi Mitte der 1960er Jahre mit seiner Meisterklasse auf dem Balkon des Konservatoriums auf Dreilinden (Archiv LUCERNE FESTIVAL, Foto: Ernst W. Saxer)

Mit der ersten Durchführung der Meisterkurse wurde 1943 eine Einrichtung geschaffen, die beinahe sechzig Jahre lang jeden Sommer bedeutende Musikerpersönlichkeiten als Dozierende nach Luzern verpflichtete. Aus der Verbindung von Musikfestwochen (heute: LUCERNE FESTIVAL) und Konservatorium, beide damals eben erst konstituiert, waren die Kurse hervorgegangen: Das Festival sorgte für das künstlerische Renommee, die Ausbildungsstätte für die institutionelle Anbindung der Kurse. Klavier, Violine, Violoncello und Gesang bildeten das Fächerfundament, das nur punktuell erweitert wurde. Edwin Fischer, Wolfgang Schneiderhan, Enrico Mainardi und Franziska Martienssen-Lohmann waren die frühen prägenden Figuren, weitere Berühmtheiten traten später ihre Nachfolge an, unter ihnen die Pianisten Géza Anda und Mieczysław Horszowski, der Geiger Franco Gulli, der Cellist Arto Noras oder die Sopranistin Edith Mathis. Dabei entstanden lose Verbindungen oder solche, die über Jahre andauerten. Die spektakuläre Lage des Unterrichtsorts – das Konservatorium auf Dreilinden – trug das Seinige dazu bei.

Der Geiger Carl Flesch spielt im Rahmen der ersten Meisterkursen im Sommer 1943, am Flügel Walter Frey (Archiv LUCERNE FESTIVAL, Foto: Jean Schneider)

Mit der Neuausrichtung sowohl der Festwochen wie auch der Musikausbildung in Luzern Ende der 1990er Jahre hatte die Ära der «traditionellen» Meisterkurse schliesslich ausgedient. Das Format wurde im Sommer 2003 in die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY überführt. Insgesamt sind rund dreihundertfünfzig Kurse verzeichnet, von Beginn an besucht von einer internationalen Studierendenschar, und die Liste der Meisterdozierenden umfasst beinahe hundert Namen. Diese Zahlen unterstreichen das erfolgreiche Wirken.

Eine Forschungsarbeit an der Hochschule Luzern – Musik hat sich der umfassenden Erschliessung dieser bemerkenswerten Institutsgeschichte angenommen. Das Projekt untersucht die Chronologie der Ereignisse, portraitiert Schlüsselpersonen, trägt Kurs- und Konzertinhalte zusammen und beschreibt die Wahrnehmung der Kurse, auch aus dem Blickwinkel der lokalen Musikpflege. Nun liegen die Ergebnisse in Buchform vor, herausgegeben von der Stadt Luzern in ihrer vom Stadtarchiv betreuten Schriftenreihe Luzern im Wandel der Zeiten.

David Koch, Hochschule Luzern – Musik

Das Buch:
David Koch: Meisterkurse in Luzern. Eine Erfolgsgeschichte im Kontext von Musikfestwochen und Konservatorium (Luzern im Wandel der Zeiten, Neue Folge/Heft 18)
ISBN: 9-78395-3349-59, Preisempfehlung: CHF 20

Die Buchvernissage:
Montag, 9. September 2019 | 17.15 Uhr | Hochschule Luzern – Musik, Dreilindensaal

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